Unsere Stadtteile in Hannover-Linden-Limmer
Limmer
Der westlichste Stadtteil, und für uns der Nachbar: Die St.-Nikolai-Kirche steht seit 1268 über dem alten Ortskern, das Volksbad Limmer in der Leinemasch seit 1925 – eines der ältesten Freibäder des Bezirks. Anfahrt: 5 bis 10 Minuten, egal ob Alt-Limmer oder Wasserstadt.
Türen und Schlösser in Limmer: Zwei Welten auf wenigen hundert Metern. In Alt-Limmer an Wunstorfer Straße und Holzrehre leben die gewachsenen Nachbarschaften in Reihenhäusern, Nachkriegs-Mehrfamilienhäusern und älteren Genossenschaftsbauten – Einsteckschlösser und einfache Zylindersysteme der 1970er- und 1980er-Jahre, oft nachgerüstet, manchmal noch original. In der Wasserstadt dagegen stehen Neubauten mit DGNB-Gold-Zertifikat: moderne Sicherheitstüren, Mehrpunktverriegelungen, teils elektronische Schließsysteme. Das verlangt einen anderen Ansatz als das Reihenhaus nebenan.
Linden-Nord
Hier sitzen wir selbst – die Fössestraße 22 liegt an der Grenze zwischen Linden-Nord und Linden-Mitte. Entsprechend kurz sind die Wege: In Linden-Nord sind wir meist in unter fünf Minuten.
Geprägt ist der Stadtteil von Gründerzeit-Mehrfamilienhäusern, dem Freizeitheim Linden – 1961 eröffnet und das erste seiner Art in Deutschland – und der Limmerstraße als Lebensader. Dass hier noch so viel Altbau steht, ist kein Zufall: Ab 1973 kämpften Bürgerinitiativen gegen den flächigen Abriss, und als Linden-Nord 1976 zum Sanierungsgebiet erklärt wurde, blieb der Abriss die Ausnahme statt die Regel.
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Linden-Mitte
Der Stadtteil mit dem Lindener Berg, dem Küchengarten und dem Lichtenbergplatz – und damit mit der größten Dichte an Lindener Geschichte. Auch hier sind wir in wenigen Minuten, weil unser Standort direkt an der Stadtteilgrenze liegt.
Türen und Schlösser: Dicht bebaut, lebendig, geprägt von Gründerzeitgebäuden und sanierten Altbauten. Viele Häuser wurden in den vergangenen Jahrzehnten modernisiert – entsprechend groß ist die Spanne zwischen Originalschloss und aktuellem Sicherheitszylinder, oft im selben Haus.
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Linden-Süd
Der Stadtteil der Industriegeschichte. 1871 gegründet, produzierte die Hanomag hier Lokomotiven, Straßenbahnen und Automobile – und im Zweiten Weltkrieg Panzerfahrzeuge und Geschütze. Ab 1943 ließ die Kriegsmarine an der Göttinger Straße eine mehrstöckige Halle errichten, deren Tragwerk ursprünglich für eine U-Boot-Fertigung in Wilhelmshaven vorgesehen war. Komatsu übernahm 1989 einen Teil des Geländes und produziert dort bis heute Baumaschinen.
Zur Fabrik kamen die Menschen: Hunderte galizische Familien siedelten sich in ihrer Nähe an und blieben. Daran erinnert bis heute die Plaza de Rosalia im Ahrbergviertel, benannt nach Rosalía de Castro (1837–1885), die als erste Dichterin konsequent auf Galicisch schrieb.
Türen und Schlösser in Linden-Süd: Gründerzeitlicher Mietbestand trifft auf das um 2000 revitalisierte Ahrbergviertel mit zeitgemäßen Profilzylindern. In beiden wechseln die Mieter häufig – der Zylindertausch nach dem Einzug ist hier die sinnvollste erste Maßnahme, und zwar nicht aus Misstrauen, sondern weil niemand weiß, wie viele Schlüssel im Umlauf sind. Anfahrt: rund 10 Minuten.
Küchengarten, Limmerstraße und Lindener Berg
Der Küchengarten heißt so, weil er genau das war. 1645 erwarb Herzog Christian Ludwig ein 30 Morgen großes Landstück im Dorf Linden – an der heutigen Fössestraße, also direkt vor unserer Tür – und ließ dort einen Lust- und Küchengarten für den Welfenhof anlegen. Ab 1790 übernahm er die Funktion des Herrenhäuser Berggartens, der dadurch zum botanischen Garten wurde. 1872 entstand im nördlichen Teil der Güterbahnhof Küchengarten, über den die Lindener Industrie mit Steinkohle aus dem Deister versorgt wurde. Vom barocken Lustpavillon um 1740 blieb nur das Gebäude selbst: Auf Initiative Lindener Bürger wurde er 1911–1914 abgetragen und auf den Lindener Bergfriedhof versetzt, wo er heute Ausstellungsraum zur Lindener Geschichte ist. Das steinerne Eingangsportal folgte 1937 und dient dort als Haupteingang.
Die Limmerstraße trägt ihren Namen seit 1861; davor hieß der nordwestliche Abschnitt Nedderfeld. Sie ist Kinogeschichte: Um 1906/07 eröffnete das Thalia-Theater an der Ecke Kochstraße, 1908 folgte im Hinterhof das Apollokino der Familie ter Horst – heute eines der ältesten Vorstadtkinos Deutschlands. Wir sind dort in 5 bis 8 Minuten.
Der Lindener Berg hat mehr erlebt als die meisten Hügel. Im Mittelalter brach Hannover an seinem Ostabhang Steine für die Stadtmauer. Am 30. Oktober 1625 schlug der kaiserliche Feldherr Tilly hier sein Lager auf. Der Lindener Turm ist das älteste erhaltene Bauwerk Lindens, dazu kommen der Wasserturm und – seit 1966 – der Jazz Club, in dem Duke Ellington, Count Basie und Lionel Hampton auftraten.
Ahrbergviertel und Fischerhof
Das Ahrbergviertel beginnt 1896 mit einer Fleischerei in der Deisterstraße. Auf dem Höhepunkt arbeiteten über 1.200 Menschen in Fabrik und Filialen, bis zu 60.000 Schweine wurden jährlich verarbeitet. 1918 entstand das Kesselhaus aus rotem Backstein, das noch steht. 1992 verkaufte die Erbenfamilie das Unternehmen, 1997 erwarben die Arbeiterwohlfahrt und das Planungsbüro agsta das Gelände für 8 Millionen Mark. Zwischen 1998 und 2000 wurde daraus ein Quartier: verschachtelte Wohnhäuser, Bürolofts, Gewerberäume, verwinkelte Passagen und offene Innenhöfe.
Für uns heißt das: viele Zugänge, wenig Standard. Die Türen wurden bei der Revitalisierung modernisiert und haben überwiegend zeitgemäße Profilzylinder – aber die Wege dorthin führen durch Passagen und Höfe. Nennen Sie beim Anruf Haus und Aufgang, dann stehen wir nicht im falschen Innenhof.
Der Fischerhof verdankt seinen Namen einem alten Gehöft. Als 1872 die Bahnstrecke Hannover Süd–Altenbeken gebaut wurde, entstand hier ein Bahnhof – praktisch für die Hanomag, die über einen Gleisanschluss verfügte und ihre fertigen Lokomotiven nicht mehr durch die Straßen zum Staatsbahnhof schleppen musste. Der alte Bahnhof Hannover-Linden wurde 2006 für den Personenverkehr aufgegeben; zur Fußball-WM entstand die heutige Verknüpfungsstation mit S-Bahn über und Stadtbahn unter dem Ricklinger Stadtweg. Wir sind dort in 8 bis 10 Minuten.
Zur Geschichte des Ortes gehört auch, dass vom Güterbahnhof Fischerhof ab 1941 in mehreren Transporten jüdische Bürgerinnen und Bürger deportiert wurden; im März 1943 war er Ausgangspunkt einer weiteren Deportation.
Wasserstadt Limmer – vom Gummiwerk zum Neubauquartier
Alles begann 1899 mit der Hannoverschen Gummikamm AG, die an der Wunstorfer Straße die Produktion aufnahm; 1912 wurde daraus die Hannoversche Gummiwerke Excelsior. 1922 arbeiteten dort bis zu 6.000 Menschen – ein ganzer Stadtteil hing wirtschaftlich an dieser Fabrik.
Ab 1943 wurden in der Conti Limmer zunehmend Frauen zur Herstellung kriegswichtiger Güter eingesetzt, darunter Gasmasken. 1944 errichtete man auf dem Betriebsgelände das KZ-Außenlager Hannover-Limmer des Konzentrationslagers Neuengamme. 1999 stellte Continental den Betrieb ein.
Heute entsteht auf dem Areal die Wasserstadt. Der denkmalgeschützte Wasserturm von 1920, 50 Meter hoch, ist ihr Wahrzeichen geblieben. Die Neubauten haben moderne Sicherheitstüren mit Mehrfachverriegelung, teils elektronische Schließsysteme. Weil das Quartier noch wächst, ändern sich Zufahrten und Hausnummern schneller, als Karten nachziehen – nennen Sie uns beim Anruf den Bauabschnitt.