Unsere Stadtteile in Hannover-Nord
Nordstadt
Der dichteste und lebendigste Stadtteil des Bezirks – und der mit der größten Bandbreite an Türen. In der Kniestraße gründeten Emil und Joseph Berliner 1898 die Deutsche Grammophon und pressten dort die ersten Schallplatten der Welt. Das älteste erhaltene Gartenhaus Hannovers, ein klassizistischer Fachwerkbau von 1820, steht ebenfalls hier.
Drei Nordstadt-Gesichter treffen aufeinander: unsanierter Gründerzeit-Altbau mit WG-Struktur rund um Engelbosteler Damm und Schaufelder Straße, der ab 1985 sanierte Kernbereich mit Profilzylindern der 1980er- bis 2000er-Jahre, und die Villengruppe an der Callinstraße mit historischer Substanz und teils originaler Mechanik. Anfahrt: 10 bis 15 Minuten.
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Hainholz
1891 als einer der ersten Vororte nach Hannover eingemeindet, und jahrzehntelang ein Arbeiterstadtteil: Die VSM Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken sind seit 1864 hier ansässig und haben das Ortsbild geprägt. Das Vereinsleben ist bis heute auffallend aktiv – die Schützengesellschaft von 1908, der VfV Hannover-Hainholz als zweifacher deutscher Rugbymeister, das Kulturhaus, die Kleingärtnergemeinschaften.
Türen und Schlösser in Hainholz: Drei Bestände liegen nebeneinander. Gründerzeitgebäude mit alter Substanz, das ab 1957 errichtete Wohngebiet zwischen Voltmerstraße und Fenskestraße mit standardisierten Türen und Schlosssystemen der 1970er- bis 1990er-Jahre, dazu neuere Bauten. In den Nachkriegsbauten fehlt den Zylindern regelmäßig der Bohrschutz.
Anfahrt: 15 bis 20 Minuten. Orientierungspunkte: die Voltmerstraße, das Kulturhaus, der S-Bahn-Halt Nordstadt am Rand des Stadtteils.
Vinnhorst
Ein Dorf, das sich Hannover nicht ganz ergeben hat: Als die niedersächsische Gebietsreform Vinnhorst 1974 eingliederte, blieben Schützenverein von 1907, Freiwillige Feuerwehr von 1902, TuS Vinnhorst und das jährliche Volks- und Schützenfest genau so bestehen, wie sie waren. Bis dahin war der Ort über Jahrhunderte eine Landgemeinde.
An der Beneckeallee nahe der Kanalbrücke steht ein Klinkerbau, den 1921/22 Hans Poelzig errichtete – einer der bedeutendsten deutschen Architekten der ersten Jahrhunderthälfte und ein Hauptvertreter des Expressionismus. Ein wenig bekanntes Bauwerk, aber eines der wichtigsten im ganzen Bezirk.
Türen und Schlösser in Vinnhorst: Überwiegend Nachkriegsbestand und neuere Bausubstanz – gut zu öffnen, oft mit Schließtechnik aus den Jahrzehnten nach dem Krieg. Eigenen Charakter hat Friedenau am Kanal im Süden, zwischen Friedenauer Straße, Schulenburger Straße und Erlenweg: Das Gebiet gehörte bis 1974 noch zu Langenhagen und ist entsprechend eigenständig gewachsen.
Anfahrt: 20 bis 25 Minuten über die Schulenburger Straße. Orientierungspunkte: der Poelzig-Bau an der Beneckeallee und der Skulpturenpfad am Mittellandkanal, den Martin Bode seit 2014 aus fünf Baumstümpfen geschnitzt hat.
Brink-Hafen
Kein Wohnquartier, sondern einer der traditionsreichsten Industriestandorte Hannovers. Der Hafen ging 1916 als privatwirtschaftlicher Umschlagplatz am Mittellandkanal in Betrieb; heute sind unter dem Dach der Hafen Hannover GmbH rund 30 Betriebe ansässig – Recycling, Stahlhandel, Logistik, Aluminiumschmelze.
Türen und Schlösser im Brinker Hafen: Gewerbeobjekte sind anders gebaut als Wohnhäuser. Schwere Stahltüren, verzinkte Rolltore, Lagerhalleneingänge mit Industrieschlössern, Containerbüros, Einfahrtstore und Schrankenanlagen – ein Spektrum, an dem viele auf Wohnungstüren spezialisierte Anbieter scheitern. Häufig hängt dahinter eine Schließanlage, bei der ein einzeln getauschter Zylinder das ganze System stört.
Der zweite Unterschied ist die Uhr. In Produktion und Logistik heißt ein blockiertes Einfahrtstor: LKW stehen, Lieferungen warten, die Schicht steht still. Deshalb fahren wir auch nachts und am Wochenende – 20 bis 25 Minuten über die Vahrenwalder Straße und die Kanalbrücke, dann Am Brinker Hafen.
Der Georgengarten – 300 Jahre Stadtgeschichte am Rand der Nordstadt
Ab 1700 legten sich Angehörige des kurhannoverschen Hofadels hier Landsitze mit kleinen Gartenanlagen zu. 1768 kaufte Graf Wallmoden-Gimborn mehrere davon auf und ließ bis 1796 das Wallmodenschloss errichten, das seine berühmte antike Kunstsammlung aufnahm. Zwischen 1835 und 1841 formte Gartenmeister Christian Schaumburg daraus einen englischen Landschaftspark. 1921 übernahm die Stadt Hannover die Anlage und öffnete sie kostenlos für alle.
Im Park steht der Leibniztempel, ein offener Rundtempel aus Sandstein mit zwölf ionischen Säulen, erbaut 1787 bis 1790 – das erste öffentliche Denkmal Deutschlands für einen Nichtadeligen. 1935/36 wurde der gesamte Bau aus stadtplanerischen Gründen abgetragen und auf einer kleinen Halbinsel im Georgengarten wieder aufgesetzt. Die Marmorbüste kam 1986 wegen Vandalismusgefahr ins Depot; die Betonkopie von 2010 blickt seit einer Beschädigung 2013 mit abgeschlagener Nase zum Wilhelm-Busch-Museum hinüber.
Die Herrenhäuser Allee, die den Park im Norden flankiert und bis zum Großen Garten führt, wurde 1726 als Verbindung zwischen Altstadt und Herrenhäuser Schloss angelegt – vier Reihen Linden auf knapp zwei Kilometern. Dass es sie noch gibt, verdankt sie dem Bäckermeister und Getreidehändler Johann Gerhard Helmcke (1750–1824), der ihren Erhalt persönlich mit 3.000 Talern bezahlte. Nach Kriegsschäden und Bodenverunreinigungen der Nachkriegszeit wurde sie 1972 bis 1974 mit 1.300 Kaiserlinden vollständig neu gepflanzt.
Für uns ist der Georgengarten vor allem eine Adresse mit Eigenheiten: Die Wohnhäuser ringsum sind Altbau und Nachkriegsbau, teils saniert, teils im Originalzustand – von der Gründerzeit-Tür bis zum modernisierten Sicherheitszylinder. Die Haltestelle Schneiderberg/Wilhelm-Busch-Museum an den Linien 4 und 5 ist der verlässlichste Orientierungspunkt, weil Hausnummern am Parkrand schwer zu finden sind.
Warum die Anfahrtszeiten in diesem Bezirk so weit auseinanderliegen
Zwischen der Nordstadt und dem Brinker Hafen liegen nur wenige Kilometer, aber eine Viertelstunde Fahrzeit. Das liegt am Mittellandkanal: Er trennt den nördlichen Teil des Bezirks vom Rest, und über ihn führen nur wenige Brücken. Nordstadt und Hainholz erreichen wir südlich davon in 10 bis 20 Minuten, Vinnhorst und Brink-Hafen nördlich davon in 20 bis 25.
Praktisch heißt das: Nennen Sie beim Anruf die Straße, nicht nur den Stadtteil. Zwischen einer Adresse an der Voltmerstraße und einer an der Beneckeallee liegen zwei verschiedene Routen – und wir nennen Ihnen lieber vorab eine ehrliche Zeit, als eine schöne, die wir nicht halten.