Unsere Stadtteile in Hannover-Mitte
Mitte
Wo Hannover anfängt: 1241 stellte Herzog Otto das Kind das Stadtprivileg aus, die älteste Erwähnung der Stadt. Von der gewachsenen Altstadt blieben nach 1943 die Marktkirche, das Alte Rathaus und einige Fachwerkhäuser – der Rest ist Wiederaufbau.
Türen und Schlösser in Mitte: Kein anderer Stadtteil mischt so viele Nutzungen. Wohnungstüren in den Altbauten des Warmbüchenviertels, Ladentüren in der Altstadt, Bürozugänge mit modernen Sicherheitsschließsystemen an Friedrichswall und Aegidientorplatz, Kellerzugänge in Geschäftshäusern, Hoteltüren mit Kartensystem rund um den Hauptbahnhof. Rund um den Raschplatz überwiegen Nachkriegs- und 1970er- bis 1990er-Bauten mit Standard-Profilzylindern. Anfahrt: 10 bis 12 Minuten.
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Calenberger Neustadt
Entstanden im 17. Jahrhundert auf dem Gebiet der ehemaligen Burg Lauenrode, nachdem Hannover 1636 Residenzstadt der Welfen geworden war. Aus dieser Zeit stammen die Neustädter Hof- und Stadtkirche (1666–1670) und die Basilika St. Clemens (1711–1718); der Blaue Faden führt als historischer Stadtspaziergang durch das Quartier.
Türen und Schlösser in der Calenberger Neustadt: Die Kriegszerstörung war nahezu vollständig, entsprechend dominiert der Wiederaufbau der 1950er- und 1960er-Jahre – dazwischen erhaltene Altbauten, neuere Ergänzungen und umgebaute Industriegebäude. Für uns sind das drei verschiedene Aufgaben: Massive Holztüren in historischen Gebäuden verlangen andere Technik als leichte Metalltüren im Nachkriegsbau, und moderne Wärmedämmtüren wieder eine andere. Die hohe Wohndichte und die vielen Wechsel im studentischen Umfeld machen den Zylindertausch nach dem Einzug hier besonders sinnvoll.
Anfahrt: rund 12 Minuten, für uns der nächstgelegene Stadtteil des Bezirks. Orientierungspunkte: Königsworther Platz, Goetheplatz, das Niedersächsische Landesarchiv.
Oststadt
Die Prachtadresse des Bezirks. Ab 1870 formte die Gründerzeit hier Stadtvillen, Jugendstilhäuser und breite Boulevards; die Bödekerstraße wurde zur bekanntesten Jugendstilstraße Hannovers. Der östliche Teil blieb weitgehend erhalten und zählt heute zu den teuersten Wohnlagen der Stadt. Das älteste erhaltene Wohnhaus des Stadtteils ist ein klassizistischer Fachwerkhof an der Lärchenstraße.
Zwei Bestände stehen sich gegenüber. Im Osten – Bödekerstraße, Volgersweg, Lüerstraße – Gründerzeit und Jugendstil mit historischen Beschlägen, teils original aus der Erbauungszeit. Im Westen rund um Lister Meile und Hamburger Allee der Wiederaufbau: solide Mehrfamilienhäuser mit standardisierten Türsystemen der 1950er- bis 1970er-Jahre, dazu das 91 Meter hohe Bredero-Hochhaus mit modernen Zugangssystemen. Anfahrt: 12 bis 16 Minuten über die Celler Straße oder den Moltkeplatz.
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Zoo
Das Villenviertel des Bezirks, und statistisch der großzügigste Stadtteil: 55,3 m² Wohnfläche pro Einwohner. Namensgeber ist der Erlebniszoo, am 4. Mai 1865 als achter deutscher Zoo gegründet – heute 22 Hektar mit rund 1.473 Tieren in 158 Arten. Der benachbarte Stadtpark am Congress Centrum entstand 1951 zur ersten Bundesgartenschau der Nachkriegszeit.
Türen und Schlösser im Zooviertel: Herrschaftliche Einzel- und Stadtvillen der Kaiserzeit an Bristoler Straße, Plathnerstraße und Gneisenaustraße, teils denkmalgeschützt – in der Bristoler Straße residierte einst ein Reichspräsident, heute sitzt dort die Fritz-Behrens-Stiftung. An Seelhorststraße und Fritz-Behrens-Allee mehrgeschossige Jugendstil- und Altbauhäuser der Jahrhundertwende, dazu jüngere Wohneinheiten in historischen Hüllen. Wo noch der Originalzylinder sitzt, fehlt der Bohrschutz – bei denkmalgeschützter Substanz die heikelste Kombination, weil jede Spur sichtbar bleibt.
Anfahrt: 12 bis 16 Minuten über die Linie-11-Achse. Im Osten grenzt der Stadtteil an die Eilenriede, die seit 1371 der Stadt gehört – 80 Kilometer Wege, der Lister Turm von 1387, der mittelalterliche Schiffgraben. Bei Adressen am Waldrand hilft ein Orientierungspunkt am Telefon mehr als die Hausnummer.
Die Altstadt – vierzig Häuser, ein kuratiertes Gedächtnis
Die Luftangriffe vom Oktober 1943 vernichteten rund neunzig Prozent der historischen Bausubstanz. Ende der 1950er-Jahre entschied die Stadt, die über das Stadtgebiet verstreuten Fachwerkhäuser abzutragen und in der Altstadt neu aufzubauen – eine bewusst zusammengestellte historische Insel statt einer gewachsenen Altstadt.
Das älteste erhaltene Fachwerkhaus Hannovers steht in der Burgstraße 12: Hinterhaus 1564, Vorderhaus 1566, vermutlich beide von Hinrich Holste aus Hildesheim, der auch am Apothekerflügel des Alten Rathauses arbeitete. Viergeschossig, mit Tauornamenten und Halbkreisrosetten an den vorkragenden Obergeschossen, steht es heute isoliert zwischen Nachkriegsbauten. Daneben führt der Johann-Trollmann-Weg, benannt nach dem Sinto-Boxer, der 1944 im KZ ermordet wurde.
Das Alte Rathaus am Marktplatz gilt zusammen mit der Marktkirche als südlichster Vertreter norddeutscher Backsteingotik – und wäre 1844 fast abgerissen worden; Conrad Wilhelm Hase durfte schließlich den Südflügel auf den Zustand um 1500 zurückführen. Die Marktkirche selbst ersetzt ab 1349 einen romanischen Vorgänger, dessen Werksteine als Fundament weiterverwendet wurden; ihr Turm ragt 97 Meter hoch. Den Ballhof ließ die Hofgesellschaft zwischen 1649 und 1664 als Halle für Federball bauen, damit bei jedem Wetter gespielt werden konnte.
Für die Tür heißt das: kein Standard. Ein Wohnungseingang im Fachwerkbau von 1566 verlangt anderes Vorgehen als ein Bürozugang im Sanierungsbau von 1963 oder eine Ladentür in der Gastronomie am Ballhofplatz. Wir schauen zuerst, erklären kurz, fangen dann an – und nehmen uns bei historischer Substanz bewusst mehr Zeit. Anfahrt: 10 bis 12 Minuten.
Das Kreuzkirchenviertel – eine autofreie Wohninsel von 1951
Die Kreuzkirche wurde 1333 geweiht und ist die nordwestliche der drei hannoverschen Altstadtkirchen. Auf den Trümmern ringsum legten die Grundeigentümer 1950 den Grundstein für etwas Ungewöhnliches: Sie gründeten die Aufbaugenossenschaft rund um die Kreuzkirche, übertrugen ihr die Grundstücke, ließen sie vollständig neu parzellieren und die Altschulden tilgen.
Was daraus entstand, war 1951 Vorzeigebeispiel bei der Constructa, der ersten Bauausstellung der Bundesrepublik: zwei- bis dreistöckige Häuserzeilen zwischen Grünanlagen und privaten Gärten, ein fünfstöckiger Bau als Lärmschutz zur Straße, innerhalb des Viertels nur Fußwege. 215 Wohnungen mit höchstens 65 Quadratmetern, 1953 ergänzt um 77 weitere und 23 Läden in der Knochenhauerstraße.
Für die Tür heißt das: eine der wenigen Innenstadtlagen mit einer einzigen Bauepoche. Die Türen stammen aus dem Wiederaufbau 1950/51 – wo nie modernisiert wurde, sitzt entsprechend alte Mechanik. Praktisch relevant ist außerdem, dass wir nicht vor die Haustür fahren können: Im Viertel gibt es nur Fußwege. Nennen Sie beim Anruf Hauszeile und Aufgang, dann kommen wir vom richtigen Zugang aus.
Kröpcke, Ernst-August-Platz und die Ebene minus eins
Die Kreuzung am Kröpcke entstand 1843 als Übergang zwischen Altstadt und neuem Hauptbahnhof. 1871 verlegte der Schweizer Konditor Georg Robby sein Café hierher, 1876 pachtete es Oberkellner Wilhelm Kröpcke – seit 1947 heißt der Platz offiziell nach ihm. Die Wettersäule von 1885 überstand den Krieg, wurde aber 1954 von Stadtbaurat Hillebrecht abgerissen; der Nachbau steht seit 1977. 1931 ging hier Hannovers erste Verkehrsampel in Betrieb.
Der Ernst-August-Platz entstand 1845 als Bahnhofsvorplatz und bekam seinen Namen, als 1861 das Reiterstandbild aufgestellt wurde – geschaffen von Albert Wolff nach einem Entwurf Christian Daniel Rauchs. Beim U-Bahn-Bau 1971 wich das Denkmal vorübergehend zum Leineschloss und kehrte 1975 leicht verschoben zurück, ohne den Stufenunterbau, auf dem man früher saß.
Eine Ebene tiefer liegt die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, 700 Meter Einkaufspassage vom Kröpcke unter dem Hauptbahnhof hindurch zum Raschplatz. Stadtbaurat Hanns Adrian hatte sie 1966 als Ideenskizze entworfen, gebaut wurde sie in den 1970er-Jahren beim Stadtbahnbau. 2001 grundlegend umgebaut, trägt sie seit 2002 den Namen der Künstlerin, die im November 2000 zur Ehrenbürgerin Hannovers ernannt worden war und im Mai desselben Jahres starb.
Am Aegidientorplatz – benannt nach dem Stadttor, das von 1307 bis 1780 hier stand – kreuzen sich heute sieben Stadtbahnlinien auf zwei Bahnsteigebenen; an der Nordostecke mahnt die Ruine der 1943 zerstörten Aegidienkirche. Am Steintor, ab 1330 das nördliche Stadttor, steht das Anzeiger-Hochhaus, das Fritz Höger 1927/28 im Backsteinexpressionismus für den Verleger August Madsack errichtete.
Für uns heißt das: In diesem Kern liegen Wohnungstüren, Bürozugänge, Ladentüren und Hoteltüren dicht beieinander, teils oberirdisch, teils auf Ebene minus eins. Nennen Sie am Telefon nicht nur die Adresse, sondern auch die Nutzung – eine Wohnungstür im Altbau an der Georgstraße und ein Bürozugang mit Schließanlage sind zwei verschiedene Einsätze. Anfahrt: 10 bis 12 Minuten.