Unsere Stadtteile in Hannover-Vahrenwald-List
List
Mit 46.800 Einwohnern der bevölkerungsreichste Stadtteil Hannovers – und einer der ältesten: 1304 erstmals urkundlich erwähnt, als Herzog Otto der Strenge zwölf Morgen Ackerland an ein hannoversches Stift schenkte. 2004 feierte die List ihr 700-jähriges Bestehen. Eingemeindet wurde sie 1891.
Türen und Schlösser in der List: Die Gründerzeit dominiert – repräsentative Bürgerhäuser des späten 19. Jahrhunderts an Kollenrodtstraße, Bödekerstraße und Sedanstraße, mit großen Wohnungen, breiten Türen und Schlossrahmen, an denen über die Jahrzehnte mehrfach nachgerüstet wurde. Daneben steht die Siedlung Im Kreuzkampe mit ihrer gut erhaltenen Backsteinarchitektur der Zwischenkriegszeit. Das älteste erhaltene Fachwerkhaus des Stadtteils steht in der Waldstraße.
Anfahrt: 13 bis 17 Minuten. Orientierungspunkte: der Lister Platz und die Lister Meile mit den Stationen Sedanstraße und Lister Platz.
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Vahrenwald
Zwei Prägungen liegen hier übereinander. Ab 1876 wuchs der Ort durch den Bau von Kasernen, darunter eine mit der preußischen Kavalleriereitschule – deren rote Backsteinbauten stehen bis heute an der Dragonerstraße und dienen als Veranstaltungsort und Firmensitz. 1871 siedelte sich die Continental-Gummiwerke AG an, deren Hauptverwaltung bis Ende 2023 hier lag. 1891 wurde Vahrenwald eingemeindet, ab 1986 wurde das Kaserneninnengelände zum Vahrenwalder Park.
Türen und Schlösser in Vahrenwald: Im südlichen Teil Richtung Innenstadt Gründerzeit-Mehrfamilienhäuser in Blockrandbebauung mit begrünten Innenhöfen. Rund um Jahnplatz, Philipsbornstraße und Dragonerstraße die genossenschaftlichen Wohnanlagen der 1920er-Jahre – solide, groß, gepflegt, mit Einsteckschlössern und Profilzylindern aus ganz unterschiedlichen Jahrzehnten, teils original, teils modernisiert.
Anfahrt: 12 bis 16 Minuten über die Vahrenwalder Straße. Orientierungspunkte: der Vahrenwalder Platz, das Vahrenwalder Bad und der Jahnplatz, auf dem seit 1931 jeden Mittwoch bis zu 40 Stände Markt halten.
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Das Pelikanviertel – vom Tintenwerk zum Stadtquartier
Die Geschichte beginnt 1832 in Groß Munzel. 1871 übernimmt der Chemiker Günther Wagner die Farbenfabrik und meldet 1878 den Pelikan – aus seinem Familienwappen – als eines der ersten Warenzeichen Deutschlands an. 1906 bezieht das Unternehmen das neue Werk an der Podbielskistraße, damals noch ländliches Gebiet: ein U-förmiger Bau auf 21.000 Quadratmetern, rote Backsteinfassade mit weißen Flächen dazwischen. Zum Jubiläum 1913 wird die Fläche verdoppelt, Platz für über 1.000 Beschäftigte.
Von hier stammen die Dinge, die Generationen in die Schule begleitet haben: 1929 der Füllhalter mit der grün marmorierten Binde und dem Tintensichtfenster, 1931 der erste Deckfarbkasten, 1960 der Pelikano.
1989 gibt Pelikan den Standort auf, das Gelände steht leer. Ab 1991 entwickelt der Architekt Dieter Neikes einen Masterplan, der die historische Werksarchitektur zur Grundlage nimmt: Die denkmalgeschützten Backsteingebäude werden saniert, Neubauten schließen die Nahtstellen. 1993 ist das Quartier fertig – Büros, Wohnungen, Hotels, Gastronomie und Einzelhandel nebeneinander, ausgezeichnet mit mehreren Architekturpreisen. In der denkmalgeschützten Pelikanvilla sitzt heute eine Kindertagesstätte, im Stammhaus seit 2017 der PeliKan TintenTurm.
Für uns heißt das: kein Standard. Wohnungen liegen sowohl in sanierten Fabrikgebäuden als auch in Neubauten, dazu kommen Bürozugänge, Hoteltüren und Tiefgaragenzufahrten – historische Eingänge mit nachgerüsteten Zylindern neben aktuellen Sicherheitssystemen. Nennen Sie beim Anruf Gebäude und Aufgang, das Quartier ist verschachtelter, als es von der Straße aussieht. Anfahrt: 13 bis 17 Minuten, Haltestelle Pelikanstraße an der Linie 6.
Die Podbielskistraße – 5,2 Kilometer Baugeschichte
Bis 1904 hieß sie Celler Chaussee, als Verlängerung der alten Celler Heerstraße, aus der die heutige Lister Meile hervorging. Heute ist die „Podbi“ 5,2 Kilometer lang, vierspurig und wird von drei Stadtbahnlinien begleitet; die erste Straßenbahn fuhr 1901 Richtung Klein-Buchholz.
Am innerstädtischen Anfang, direkt am Lister Platz, steht das ehemalige Verwaltungsgebäude von Bahlsen – ein bedeutender Jugendstilbau unter Denkmalschutz, an dessen Fassade bis heute der goldene Leibniz-Keks hängt. Hermann Bahlsen gründete das Unternehmen 1889 und brachte 1891 den nach dem hannoverschen Universalgelehrten benannten Keks auf den Markt.
Weiter stadtauswärts liegt die Liststadt, von 1929 bis 1931 nach Entwürfen des Architekten Adolf Falke im Stil des Neuen Bauens errichtet – die erste Wohnanlage Hannovers in Zeilenbauweise, denkmalgeschützt und bis heute bewohnt. 1929 bezog Grethe Jürgens, Malerin der Neuen Sachlichkeit, eine Atelierwohnung unter dem Dach der Podbielskistraße 112, heute Hausnummer 288.
Für die Tür heißt das: Auf einer einzigen Straße durchfahren wir vier Bauepochen – Gründerzeit und Jugendstil am Anfang, die denkmalgeschützte Liststadt in der Mitte, umgenutzte Industriegebäude und moderne Büro- und Wohnbauten stadtauswärts. Die Hausnummer sagt uns damit mehr über Ihr Schloss als der Stadtteilname. Anfahrt: 13 bis 16 Minuten.
Die Vahrenwalder Straße – Hannovers nördliche Ausfallachse
Erst Stader Chaussee, dann Stader Landstraße, ab 1845 offiziell Stader Straße – den heutigen Namen trägt sie erst seit 1853. Heute ist sie die wichtigste nördliche Ausfallstraße der Stadt: mehrspurig, von den Stadtbahnlinien 1, 2 und 8 begleitet, mit Continental-Gebäuden auf der einen und Wohnhäusern auf der anderen Seite. Die Station Werderstraße nimmt in ihrer Gestaltung Bezug auf die benachbarte Fabrik.
Nebenbei ist die Straße Nachbarin eines Stücks Luftfahrtgeschichte: Auf der Vahrenwalder Heide gelang Karl Jatho 1903 möglicherweise einer der frühesten Motorflüge überhaupt.
Für die Tür heißt das: Die Bebauung staffelt sich nach Norden. Im südlichen Abschnitt Gründerzeit-Mehrfamilienhäuser aus dem späten 19. Jahrhundert, in der Mitte Nachkriegsbauten, im nördlichen Abschnitt modernere Gebäude. Jede dieser Zonen hat ihre eigene Schlossgeneration. Anfahrt: 12 bis 16 Minuten je nach Hausnummer – die Straße ist lang.